Vertikal beschattet - Intelligente Jalousiesteuerung - High-Tech aus Bad Tölz





Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in München ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie vertritt rund 22 000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern, die die ambulante Versorgung von mehr als 12 Millionen Bürgern im Freistaat sicherstellen. Im Zuge der Neugestaltung des Konferenzbereiches wurde für die innenarchitektonische Gestaltung, Lichtgestaltung und den Blendschutz die oben erwähnte Vertikal-Jalousie eingeplant. Wie bei horizontalen Jalousien steht auch hier die maximale Tageslichtnutzung im Vordergrund. Die nächsten Stufen sind Blendschutz und Vollverdunklung.











Die genaue Position der Sonne erfahren wir aus dem Azimutwert (0° = Nord, 90° = Ost, 180° = Süd, 270° = West) und der Elevation (0° = Horizont 90° = höchster Sonnenstand am Äquator). Bei der horizontalen Jalousie ist der Blendschutz relativ einfach zu realisieren. Hier muss nur ermittelt werden, ob sich die Sonne (Azimutwert) derzeit im Bereich des zu steuernden Fensters befindet und dann wird, je nach Höhe der Sonne (Elevation), ein optimal berechneter Lamellenwinkel eingestellt.











So einfach geht es bei den Vertikaljalousien nicht. Wir unterscheiden folgende Grundtypen:

1. Schwenkbereich 0°-90°-180° Befestigung am Rand der Lamellen
2. Schwenkbereich 0°-90° Befestigung am Rand der Lamellen
3. Schwenkbereich 0°-90°-180° Befestigung in der Mitte der Lamellen







Variante 1 Wir gehen von einem Fenster Richtung Süden aus. Grundstellung am Morgen ist 90°. Nun geht die Sonne im Osten auf (Azimut 90°) und wandert Richtung Süden. Um einen Blendschutz zu gewährleisten, muss nun die Lamelle entsprechend der Sonnenbewegung bis 180° schwenken. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Sonne dann genau im Süden bei einem Azimut von 180°. Da ja die Lamelle nun bereits im Endanschlag ist, muss sie nun komplett auf 0° geschwenkt werden, um dann der weiter wandernden Sonne folgen zu können. Diese endet am Abend, wenn die Sonne im Westen untergeht. Die Lamelle befindet sich dann wieder bei 90° und ist somit für den nächsten Sonnenaufgang schon in der richtigen Position. Bei dieser Steuerungsart wird die Elevation nur für die Information „Sonne über dem Horizont“ benötigt.





Variante 2 Diese Variante bietet nicht den Komfort der 180° Bewegung. Hier muss bei gewissen Sonnenstandsbereichen die Lamelle geschlossen (0°) werden, um den Blendschutz zu garantieren.







Variante 3
Wir gehen von einem Fenster Richtung Süden aus. Grundstellung am Morgen ist 90°. Nun geht die Sonne im Osten auf (Azimut 90°) und wandert Richtung Süden. Um einen Blendschutz zu gewährleisten, muss nun die Lamelle entsprechend der Sonnenbewegung mitschwenken. Dieses endet am Abend, wenn die Sonne im Westen untergeht. Danach wird die Lamelle wieder um 180° zurückgeschwenkt und steht somit für den nächsten Sonnenaufgang in der richtigen Position. Bei dieser Steuerungsart wird die Elevation nur für die Information „Sonne über dem Horizont“ benötigt.










Sicherheit
Beim automatischen Positionieren muss darauf geachtet werden, dass keine Personen oder Gegenstände gefährdet werden. Deshalb fahren die Lamellen im Automatikbetrieb nie ganz zu. Zum kompletten Schließen muss man im einsehbaren Bereich manuell in Totmannfunktion die Lamellen per Tastendruck schließen. Eine weitere Sicherheit stellt die Einschränkung des Motordrehmoments und eine für jeden Antrieb separat auswertbare Strommessung dar. Die Strommessung ist in die Sicherheitsabschaltkette integriert, was beim Überschreiten des Stromes, z.B. beim Auffahren auf einen Gegenstand, zur sofortigen Abschaltung führt.









Woher kommt die Sonneninformation
Das ISYGLT-System der Seebacher GmbH besteht aus 100%ig aufeinander abgestimmten Modulen. So ist es sehr einfach möglich, die erforderlichen Daten auf den BUS zu bringen. Für diese Anwendung werden das Himmelslicht, der Sonnenstand und die genaue Zeit (GMT) benötigt. Diese Informationen liefern ein zentraler Tageslichtsensor (ZTLS), ein SUN-Processor (SUN-PRO) und eine Uhr – vorzugsweise DCF-77. Bei Außenanwendungen käme dann noch die Wettersensorik mit Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Regen zum Einsatz.










Antriebe
Der Anschluss der Antriebe erfolgt an sogenannten Jalousie-Modulen. Diese Jalousie-Module sind am BUS angeschlossen und greifen dann auf die jeweils relevanten Informationen zu. Bei der Inbetriebnahme erfolgt einmalig die Parametrierung der Module. Diese besteht im Wesentlichen aus der Eintragung der Fenster- bzw. Tür-Koordinaten und der Definition der Antriebsparameter. Alles Weitere wird in selbständig optimiert berechneten Fahrstrategien vom Jalousie-Modul ausgeführt.









Mediensteuerung
Die Einbindung des Konzeptes in die Mediensteuerung und Lichtsteuerung ist natürlich Grundvoraussetzung. Eine tageslichtabhängige Regelung des Kunstlichtes erfolgt durch einen - an relevanter Stelle platzierten - digitalen Lichtregelsensor, der mit einer an das menschliche Auge angepassten Korrekturlinse versehen ist.

 

 

 

 

 

 

 



Was benötigt man für die Realisierung einer solchen Anlage?
Die vorab beschriebene Anlage wurde mit dem ISYGLT-System realisiert. Grundbaustein hierzu ist ein Master-Modul und ein Systemnetzteil. Letzteres wird nach Anzahl der angeschlossenen Module dimensioniert. Das Master-Modul koordiniert den Datenfluss zwischen den Modulen und darin wird auch die Funktionalität des Systems festgelegt. Die Funktionsprogrammierung erfolgt mit der für den Systemanwender kostenlosen Software (ProgrammDesigner). Für die Realisierung einer sonnenstandsgeführten und nach Lamellenwinkel berechneten Steuerung benötigt man zusätzlich folgende Module
SUN-PRO-01
Der SUN-PRO-01 errechnet die astronomischen Daten der Sonne. Durch die Parametrierung mit Längen- und Breitengrad des Standortes gibt er die Azimut- und Elevationsdaten an das ISYGLT System weiter.
ZTLS-04
Der ZTLS-04 misst mit Hilfe von 4 Lichtsensoren die Helligkeitswerte der 4 Himmelsrichtungen.
JSM-02C-230V-2A
Das JSM-02C-230V-2A kann 2 Jalousiemotoren (230V) steuern. Die Laufzeiten werden für jeden Motor einzeln parametriert, um punktgenaue Steuerung zu garantieren.